Lichtblicke e.V. kann positive Bilanz ziehen

Wir stehen für die Betroffenen!
Lichtblicke e.V. kann positive Bilanz ziehen

Der Verein Lichtblicke e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Die Interessenvertretung der Assistenzhundeführer in Deutschland kämpft seit der Gründung des Vereins im Jahre 1996 für eine gesetzliche Reglung des Assistenzhundewesens in Deutschland. Vorbild für diese angestrebte gesetzliche Regelung ist das Nachbarland Österreich. Hier wird bereits seit einiger Zeit der Umgang mit Assistenzhunden staatlich geregelt. Gloria Petrovics, Österreicherin und 2. Vorsitzende von Lichtblicke e.V. hat ganz maßgeblich an diesem Gesetz mitgewirkt.

Im Jahr 2018 konnte der Vorstand von Lichtblicke e.V. zu diesem Thema konstruktive Gespräche auf verschiedenen politischen Ebenen führen. Gesprächspartner waren hier unter anderem die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens und Matthias Bartke sowie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Anette Kramme. Mit ihnen, aber auch mit Gesprächspartnern aus dem Bereich der Bundeswehr, wurde schnell Konsens darüber erzielt, dass ein Assistenzhundegesetz in Deutschland schon lange überfällig ist. Insbesondere innerhalb der Bundeswehr nimmt dieses Thema immer mehr Fahrt auf, wie in Gesprächen mit Oberstarzt Dr. Helge Höllmer, Oberfeldveterinärin Dr. Christiane Ernst und dem Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V. (BDV) deutlich wurde. Mit dem BDV verbindet Lichtblicke e.V. seit November 2018 eine Kooperation deren Inhalt, Kompetenzen zu bündeln und zu vermitteln, bereits in einem Fallmanagerseminar des BDV in Berlin Anwendung fand. Auch das Bundesministerium der Verteidigung selbst ist auf die Interessenvertretung aufmerksam geworden. Mit dem PTBS-Beauftragten des BMVg Generalarzt Dr. Matthiesen und seinen Beauftragten zum Thema besteht ein reger Gedankenaustausch.

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Wenn der Blindenführhund zum Makel wird

Wenn der Blindenführhund zum Makel wird – der Verein Lichtblicke e.V. unterstützt Verfassungsbeschwerde zur Klärung über den Umgang mit Assistenzhunden in Arztpraxen

Angela Kraft mit Führhündin Lea

 

 

 

 

 

 

 

[Foto: Angela Kraft mit Führhündin Lea (privat)]

Sind Blindenführhunde in der Arztpraxis erlaubt? Darf man Assistenzhunden aus hygienischen Gründen den Zutritt verweigern? Und ist die Anwesenheit eines Blindenführhundes ein „Makel“ im Praxisbetrieb? Fragen, die für Angela Kraft aus Berlin gar keine waren, bis der blinden Führhundhalterin wegen Ihres Assistenzhundes der Zutritt zu einer orthopädischen Praxis untersagt wurde. Sie klagte dagegen vor Gericht und verlor in zwei Instanzen. Jetzt hat sie gegen diese Entscheidung eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht. Grund: Die gerichtlichen Entscheidungen verletzen ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und der uneingeschränkten Teilhabe an Sozialleistungen und stellen somit eine Diskriminierung aufgrund ihrer körperlichen Behinderung dar. Lichtblicke e.V., die Organisation der Assistenzhundeführer, unterstützt die Verfassungsbeschwerde ihres Vereinsmitglieds mit Nachdruck und fordert eine längst überfällige bundeseinheitliche gesetzliche Regelung zur Anerkennung von Assistenzhunden. „Wir warten nun sehr gespannt auf die Entscheidung der Karlsruher Verfassungsrichter, die dann richtungsweisenden Charakter haben dürfte“, sagt Vereinsvorsitzender Bert Bohla. „Unser Grundgesetz verbietet die Benachteiligung aufgrund von Behinderungen und wir sind daher guter Hoffnung, dass das BVerfG die diskriminierende Fehlentscheidung des Berliner Kammergerichts korrigieren wird. Inklusion und selbständige, gleichberechtigte Teilhabe gehören immerhin zu den elementaren Menschenrechten.“

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Superhunde sind keine Assistenzhunde!

Offener Brief an die SAT1-Redaktion
Kritische Anmerkungen zur SAT1-Sendereihe PROJEKT SUPERHUND

Grundsätzlich finde ich es gut und wichtig, wenn in den Medien mehr über Menschen mit Behinderung und Assistenzhunde, über Tierschutz und Tierschutzhunde berichtet wird, von mir aus auch im Docutainment-Format. Trotzdem sollte es mit Verstand gemacht sein – doch genau daran mangelt es leider der SAT1-Sendereihe „Projekt Superhund“ …

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Auf Kuschelkurs im Kriegsgebiet – Passauer Neue Presse über unsere Fortbildung in Altötting

Von Christoph Kleiner

Sie führen Blinde, warnen Epileptiker vor dem nächsten Schub und geben Trauma-Opfern Halt: Assistenzhunde erstaunen selbst Fachleute. So sehr, dass sich auch die Bundeswehr ihr Talent zunutze machen will.


Foto: Seit einem Jahr ist Hündin „Happy“ als Assistenzhund im Einsatz. Die Zweijährige hilft ihrem Frauchen bei dessen Gehbehinderung. Einen höheren Stellenwert hat sie deswegen im hauseigenen „Rudel“ nicht, für die Besitzerin aber ist klar: „Wenn es darum geht, welchem meiner Hunde ich am meisten zutraue, mir zu helfen, dann ist das ganz klar Happy.“

Am Hamburger Elbstrand war Bert Bohla mal wieder restlos begeistert: Eine Bekannte mit Diabetes Typ I hatte ihren Assistenzhund dabei, der geruchsstarke Vierbeiner warnt sie, wenn ihr Blutzuckerspiegel abrutscht.
„Plötzlich, die Hunde waren vielleicht 20 Meter entfernt am Spielen, kommt das Tier angelaufen und zeigt an“, erzählt Bohla. „Meine Bekannte hat sofort gemessen, der Zuckerwert war bei 120, normal also. ‚Der spinnt doch‘, hat sie gesagt und den Hund wieder weggeschickt. Etwa 20 Minuten später hat sie sicherheitshalber nochmal gemessen. Und siehe da, der Wert war runter auf 70. Der Hund hatte den rasanten Abfall des Blutzuckerspiegels gemerkt, über die ganze Entfernung hinweg.“

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