Generelles Verhalten gegenüber Assistenzhundeteams

Wie verhalte ich mich, wenn mir ein Assistenz- bzw. Führhund während seiner Arbeit begegnet?

  • Lenken Sie den Assistenz- bzw. Führhund nicht ab!
    Das heißt: Nicht streicheln, erschrecken, locken oder sogar füttern. Der Mensch und sein Hund sind konzentriert bei der Arbeit. Zudem kann eine Ablenkung des Führhundes zu gefährlichen Situationen führen: Für das Führhunteam, da der Hund durch Ablenkung unkonzentriert ist und beispielsweise Treppen oder Unebenheiten nicht richtig anzeigt.
    Assistenzhunde, die bei Krankheiten assistieren, können durch starke Ablenkungen akut werdende – ggf. lebensbedrohliche – Gesundheitsbeeinträchtigungen möglicherweise nicht rechtzeitig anzeigen.
  • Haben Sie Fragen, richten Sie diese bitte direkt an den Halter und ignorieren Sie den Hund.
  • Leinen Sie Ihren Hund an und lassen Sie ihn nicht zum Assistenz- bzw. Führhund. Es gibt für das Team nichts Unangenehmeres als einen frei laufenden Hund. Der Führhund ist im Dienst und darf andere Hunde nicht beachten. Dies gilt auch für befreundete Hunde. Bitte bedenken Sie, dass z.B. ein blinder Mensch Ihren Hund und Sie nicht sieht. Für die Person bedeutet ein frei laufender Hund grundsätzlich Zeitverlust und nervliche Anspannung wegen einer unkontrollierbaren Situation. Das Team muss anhalten und die blinde Person muss das Geschirr loslassen, damit sich der Führhund im Notfall verteidigen kann.
    Einige Assistenzhundeführer sind fremden Hunden gegenüber angstbesetzt und freilaufende Hunde, die zum Team laufen, können so viel Streß verursachen, das die vorhandenen Erkrankungen akut werden. Das ist für alle Beteiligten vermeitbar: Durch rechtzeitiges Anleinen!
  • Fassen Sie das weiße Führgeschirr des Blindenführhundes niemals an. Bereits das Greifen nach dem weißen Geschirr kann für den Führhund ein Befehl sein (je nach dem, welche Führhundschule den Führhund ausgebildet hat). Da der blinde Mensch Ihren Griff nach dem Geschirr nicht sieht und somit nicht weiß, was gerade geschieht, wird es unweigerlich zu Missverständnissen zwischen dem Führhund und seinem Halter kommen. Dies können Sie vermeiden, indem Sie das Geschirr nicht anfassen.
  • Niemals den Führhund, die blinde Person oder sogar beide einfach irgendwo hin zerren. „Kann ich ihnen helfen?“ ist der richtige Schritt zur Kontaktaufnahme, gefolgt von der Frage nach dem „wie“, denn jeder blinde Mensch hat andere Bedürfnisse und benötigt individuelle Hilfe.
  • Allgemein: Halten Sie die Gehwege und Fahrbahnüberquerungen von Hindernissen frei. Parken Sie bitte Ihre Autos an den vorgesehenen stellen und nicht auf den Gehwegen. Bitte stellen Sie Fahrräder und Mülltonnen möglichst an den Rand des Gehwegs. Auf dem Gehweg sollte so viel Platz sein, dass die Teams nebeneinander entspannt laufen können. Im Winter sind freie Fußwege sehr hilfreich. Denn gerade Schnee und Eis sind für einen Führhund nur schwer einzuschätzen. Wenn Sie helfen möchten, dann beseitigen Sie den Schnee und das Eis von den Gehwegen.

Was der Assistenzhund/Führhund darf und andere Hunde nicht!

Der Führhund darf sich wegen seiner Ausbildung überall ohne Maulkorb bewegen und aufhalten. Dies gilt ebenfalls für Restaurants, öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Arztpraxen, Lebensmittelgeschäfte usw.

Assistenzhunde sind von der Leinenpflicht befreit. Der Führhund darf in bestimmten Gegenden frei laufen, wo andere Hunde an der Leine zu führen sind, da ihm ein Ausgleich für die Führarbeit zusteht.

Ein Assistenz- und Führhund darf kostenfrei Bus, Zug und Taxi fahren und mit dem Flugzeug fliegen. Der Hund ist während des Fluges an der Seite seines Halters in der Kabine.

Hilfreiche Informationen, die Sie Assistenz- und Blindenführhundteams gern geben können

  • Hinweise zur Bewältigung von Barrieren
  • Wenn Sie merken, das eine akute gesundheitliche Beeinträchtigung beim Assistenzhundeführer vorliegt, fragen, ob Untersützung gewünscht oder notwendig ist.
  • Ist die Ampel grün oder rot?
  • Ist die Straße frei, so dass man sie überqueren kann?
  • Warnen vor Rolltreppen oder scharfkantigen Gegenständen auf dem Fußboden (Verletzungsgefahr für Mensch und Hund).
  • Wegbeschreibungen bitte ohne Gesten, Farb- oder Gegenstandsbeschreibungen. Diese Beschreibungen sind für blinde Menschen leider völlig nutzlos. Ein Beispiel für eine hilfreiche Beschreibung: „Gehen Sie etwa 100 Meter gerade aus. Dann kommen Sie an eine Kreuzung mit Ampeln. Sie gehen links über die Ampel und geradezu in die Straße. Der Straße folgen Sie etwa 150 Meter und dann befindet sich das gesuchte Objekt auf der linken Seite. Der Eingang zum Gebäude ist von der Straße direkt zugänglich.“

Wie verhalte ich mich, wenn der Assistenzhund/Führhund Freizeit hat?

Genauso, wie Sie sich jedem anderen Hund gegenüber auch verhalten. Jetzt ist der Assistenz- bzw. Führhund einfach ein Hund, der nach herzenslust spielen und toben darf – und zwar sehr gern auch mit Ihrem Hund zusammen.

Klasse wäre, wenn Sie der blinden Person sagen, dass Sie anwesend sind und ob Sie ein Hund begleitet. Sehen Sie von Weitem ein Führhundteam herankommen, so rufen Sie der blinden Person bitte zu, dass Sie mit einem Hund unterwegs sind und evtl. seinen Namen, damit die blinde Person entsprechend reagieren kann.

Kennzeichnung von Assistenz- bzw. Blindenführhunden

Bei der Arbeit:
Ein Assistenzhund trägt eine signalfarbene Kenndecke, Weste oder Halstuch.
Ein Führhund trägt bei der Arbeit das weiße Führgeschirr, evtl. die meist orange Kenndecke, Halsband und Leine.

In der Freizeit:
Der Assistenzhund ist eigentlich nicht gekennzeichnet. Es seid denn der Halter hat Gründe, den Hund zu kennzeichnen.
Der Blindenführhund trägt evtl. seine Kenndecke (manche Halter lassen ihren Hund auch ohne diese Decke laufen), ein Halsband und Leine oder eben beim Freilaufen keine Leine. Er ist von Weitem häufig durch sein Glöckchen zu hören.